Ja, ich komme bald â Das letzte Versprechen Jesu
Offenbarung 19â22
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Podcasts âGnade & Motivationâ.
Heute erreichen wir gemeinsam die letzten Kapitel des Buches der Offenbarung und damit auch den Abschluss dieser schönen Reise, die wir in den vergangenen Wochen miteinander gegangen sind. Gemeinsam haben wir auf den Herrn Jesus Christus geschaut, offenbart in seiner Herrlichkeit. Wir haben die Botschaften an die sieben Gemeinden gehört, ĂŒber die Zeiten gesprochen, in denen Gott zu schweigen scheint, und ĂŒber den Sieg, den der GlĂ€ubige durch das Blut des Lammes hat. Jede Folge hat uns eine weitere Seite des Wesens Gottes gezeigt und einen weiteren Grund gegeben, Ihm zu vertrauen.
Wenn wir das Wort âOffenbarungâ hören, denken viele Menschen fast automatisch an Gericht, an die Ereignisse der Endzeit oder an die vielen Symbole, die im Laufe der Geschichte so viele Fragen und unterschiedliche Auslegungen hervorgerufen haben. Doch je nĂ€her wir dem Ende dieses Buches kommen, desto mehr erkennen wir, dass Gott uns nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung zurĂŒcklassen möchte. Die letzten Kapitel der Offenbarung werden nicht von Finsternis beherrscht, sondern von Licht; nicht von Verzweiflung, sondern von Freude; nicht von der Macht des Bösen, sondern vom vollkommenen Sieg Christi.
Deshalb werden wir uns in der heutigen Folge nicht mit allen prophetischen Einzelheiten beschĂ€ftigen und auch nicht versuchen, jede Frage zu beantworten, die diese Kapitel aufwerfen könnten. Stattdessen wollen wir den roten Faden betrachten, der sich durch die gesamte Heilige Schrift zieht â von der Genesis bis zur Offenbarung: Gottes Treue zu seinen VerheiĂungen. Alles, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben, findet hier seine ErfĂŒllung. Das Böse findet sein Ende, der Tod wird fĂŒr immer besiegt, und Gott selbst kommt, um bei seinem Volk zu wohnen.
Und vielleicht beschreibt nichts den Beginn dieses herrlichen Abschlusses schöner als das Bild, das uns Kapitel 19 vor Augen stellt. Noch bevor die Bibel vom Gericht, vom neuen Himmel und der neuen Erde oder vom neuen Jerusalem spricht, lĂ€sst sie uns etwas hören, das den ganzen Himmel erfĂŒllt: ein Lied der Freude. Aus Tausenden und Abertausenden Stimmen erklingt ein einziges Wort: âHalleluja!â Noch vor allem anderen jubelt der Himmel, und diese Freude lĂ€dt auch uns ein, auf das zu schauen, was Gott von Anfang an fĂŒr diejenigen vorbereitet hat, die zu Ihm gehören.
2.
Bevor wir die ersten Verse aus Kapitel 19 lesen, ist es hilfreich, zunĂ€chst einen Blick auf das Gesamtbild zu werfen. Bis hierher hat uns die Offenbarung durch viele eindrucksvolle Szenen gefĂŒhrt. Wir haben die Gemeinde mitten in ihren PrĂŒfungen gesehen, auf den Thron Gottes geblickt, seine Gerichte miterlebt und erkannt, dass Gott â trotz allem, was auf der Erde geschieht â niemals die Kontrolle ĂŒber die Geschichte verloren hat.
Jetzt jedoch erreichen wir einen entscheidenden Wendepunkt. Es ist, als wĂŒrde Gott unseren Blick fĂŒr einen Moment von den KĂ€mpfen dieser Welt wegheben und uns einladen, zum Himmel aufzuschauen. Und was wir dort sehen, ĂŒberrascht uns. Dort herrscht kein Schweigen. Dort gibt es keine Angst. Dort gibt es keine Unruhe. Der ganze Himmel ist von Freude erfĂŒllt und erklingt von den Stimmen einer unzĂ€hlbaren Schar, die Gott lobt.
Ich glaube, dies ist einer der schönsten Perspektivwechsel im ganzen Buch der Offenbarung. Nach so vielen Kapiteln, in denen wir den Kampf zwischen Gut und Böse gesehen haben, zeigt Gott uns zuerst das Ergebnis dieses Kampfes. Noch bevor Er vom endgĂŒltigen Gericht, vom neuen Himmel und der neuen Erde oder vom neuen Jerusalem spricht, lĂ€sst Er uns die Freude des Himmels hören.
Vielleicht ist dies die erste groĂe Wahrheit, die Gott in unsere Herzen legen möchte: Die Geschichte bewegt sich nicht auf das Chaos zu, sondern auf den Sieg Gottes. Deshalb hören wir in diesem Abschnitt des Buches nicht zuerst einen Schrei der Angst, sondern einen Ruf des Lobes.
Lasst uns nun gemeinsam Gottes Wort aus Offenbarung 19,1â9 hören.
âDanach hörte ich etwas wie die gewaltige Stimme einer groĂen Schar im Himmel, die sprach: »Halleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht gehören dem Herrn, unserem Gott! Denn wahrhaftig und gerecht sind seine Gerichte. Er hat die groĂe Hure gerichtet, die die Erde mit ihrer Unzucht verdorben hat, und hat das Blut seiner Knechte an ihr gerĂ€cht.« Und sie sprachen zum zweiten Mal: »Halleluja! Ihr Rauch steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit!« Da fielen die vierundzwanzig Ăltesten und die vier lebendigen Wesen nieder und beteten Gott an, der auf dem Thron sitzt, und sprachen: »Amen! Halleluja!« Und vom Thron ging eine Stimme aus, die sprach: »Lobt unseren Gott, alle seine Knechte, die ihr ihn fĂŒrchtet, die Kleinen und die GroĂen!« Und ich hörte etwas wie die Stimme einer groĂen Schar und wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen gewaltiger Donner, die sprachen: »Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der AllmĂ€chtige, hat die Herrschaft angetreten. Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereit gemacht. Und es wurde ihr gegeben, sich in feine, glĂ€nzende und reine Leinwand zu kleiden.« (Die feine Leinwand sind die gerechten Taten der Heiligen.) Und er sprach zu mir: »Schreibe: GlĂŒckselig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind!« Und er sprach zu mir: »Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes.«
3.
Ich glaube, das Erste, was uns beim Lesen dieses Abschnitts beeindruckt, ist die Tatsache, dass der Himmel von Lobpreis erfĂŒllt ist. Viermal begegnet uns dasselbe Wort: âHalleluja!â Es ist der einzige Abschnitt im Neuen Testament, in dem dieses Wort so hĂ€ufig und mit einer solchen Feierlichkeit erscheint.
Doch was bedeutet âHallelujaâ eigentlich? Es ist ein hebrĂ€ischer Ausdruck und bedeutet: âLobt den Herrn!â Es ist nicht einfach nur ein Ausruf der Freude, sondern eine Einladung an alle Bewohner des Himmels, Gott fĂŒr das zu preisen, was Er getan hat.
Ich denke, genau hier lohnt es sich, einen Moment stehen zu bleiben. HĂ€tten wir die letzten Kapitel der Bibel geschrieben, hĂ€tten wir wahrscheinlich zuerst die Schönheit des Himmels beschrieben â die goldenen StraĂen, die Perlentore oder die neue Erde. Gott beginnt jedoch ganz anders. Bevor Er uns den Ort zeigt, an dem wir einmal wohnen werden, zeigt Er uns die AtmosphĂ€re dieses Ortes. Und die AtmosphĂ€re des Himmels ist Anbetung.
Nicht die Schönheit des Himmels macht die Erlösten glĂŒcklich, sondern die Gegenwart Gottes. Deshalb hören wir als Erstes keine Beschreibung eines Ortes, sondern die Stimme einer unzĂ€hlbaren Schar, die ihren Schöpfer und Erlöser preist.
Beachtet auch die GrĂŒnde, weshalb der Himmel singt. Die Menge ruft nicht nur: âHalleluja!â, sondern erklĂ€rt auch warum: âDas Heil und die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht gehören dem Herrn, unserem Gott.â Mit anderen Worten: Alle Ehre gehört allein Ihm. Niemand im Himmel schreibt sich selbst irgendeinen Anteil an der Erlösung zu. Niemand spricht ĂŒber seine eigenen Werke oder seine eigene WĂŒrdigkeit. Alle Blicke sind auf Gott gerichtet, denn Er ist der Urheber und Vollender des Erlösungsplans.
Genau dieses Bild möchte Gott uns vor allen anderen zeigen. Der Himmel ist voller Erlöster, aber das Zentrum des Himmels sind nicht die Erlösten, sondern der Erlöser. Alle Anbetung, alle Freude und alle Herrlichkeit richten sich auf Gott.
Ich glaube, das ist auch fĂŒr uns eine wichtige Wahrheit. Manchmal beschĂ€ftigen wir uns so sehr mit den Segnungen, die wir von Gott erwarten, dass wir darĂŒber Gott selbst aus den Augen verlieren. Wir denken an den Himmel als den Ort, an dem es keine TrĂ€nen, keinen Schmerz und keinen Tod mehr geben wird â und das stimmt. Doch die gröĂte Freude des Himmels ist nicht die Abwesenheit von Leid, sondern die Gegenwart des Herrn. Deshalb lehrt uns Gott noch bevor Johannes von der neuen Schöpfung spricht, dass wahres GlĂŒck in Ihm beginnt und in Ihm seine Vollendung findet.
4.
Nachdem der Himmel von Lobpreis erfĂŒllt ist, zeigt Johannes uns auch den eigentlichen Grund dieser Freude. Dieses Lied ist nicht nur eine Reaktion auf Gottes Gerechtigkeit oder eine VerkĂŒndigung seiner Herrschaft. Es kĂŒndigt den Augenblick an, auf den die ganze Heilsgeschichte gewartet hat:
âDenn die Hochzeit des Lammes ist gekommen.â
Lasst uns Gottes Wort noch einmal hören.
âLasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich bereit gemacht. Und es wurde ihr gegeben, sich in feine, glĂ€nzende und reine Leinwand zu kleiden âŠâ
âDann sprach er zu mir: »Schreibe: GlĂŒckselig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind!«â
(Offenbarung 19,7â9)
Ich glaube, Gott hat das Bild einer Hochzeit nicht zufĂ€llig gewĂ€hlt. HĂ€tte Er uns lediglich sagen wollen, dass ein ewiges Reich kommen wird, hĂ€tte Er viele andere Bilder verwenden können. Doch Er spricht von einer Hochzeit â und das offenbart uns etwas Tiefes ĂŒber das Herz Gottes.
Von den ersten Seiten der Heiligen Schrift bis zu ihren letzten verfolgt Gott nicht nur das Ziel, Menschen vor dem Verderben zu retten. Er möchte sein Volk in die vollkommene Gemeinschaft mit sich selbst fĂŒhren. Das Bild der Hochzeit spricht von Liebe, von einem Bund, von Freude und von einer Beziehung, die niemals mehr getrennt werden wird.
Der BrĂ€utigam dieser Hochzeit ist der Herr Jesus Christus â das Lamm Gottes, das sein Leben fĂŒr seine Braut hingegeben hat. Die Braut besteht aus allen Menschen, die ihr Vertrauen auf Ihn gesetzt haben und durch sein Blut erlöst wurden.
Beachtet, dass die Aufmerksamkeit nicht auf dem Festmahl oder auf den Vorbereitungen liegt. Alles richtet sich auf den BrĂ€utigam und auf die Begegnung mit seiner Braut. Hier erfĂŒllt sich das Ziel, auf das die gesamte Heilsgeschichte hingefĂŒhrt hat. Alles, was Gott im Laufe der ganzen Schrift verheiĂen hat, findet an diesem Punkt seine ErfĂŒllung.
Kaum ein anderer Vers bringt diese Hoffnung schöner zum Ausdruck als die Worte: âGlĂŒckselig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind.â Es ist nicht nur eine Einladung zu einem Fest, sondern eine Einladung zur ewigen Gemeinschaft mit Christus. Das ist unsere wahre Hoffnung und unser wahres Erbe.
5.
Vielleicht fragt sich jemand: Wenn Gott bereits gesiegt hat, wenn der Himmel jubelt und die Hochzeit des Lammes vorbereitet ist â warum folgt dann noch Kapitel 20? Warum spricht Gott anschlieĂend noch vom Gericht?
Die Antwort ist zugleich einfach und tiefgrĂŒndig. Gott kann keine neue Schöpfung hervorbringen, ohne alles endgĂŒltig zu beseitigen, was die erste Schöpfung zerstört hat. SĂŒnde, Böses, Tod und der Teufel haben keinen Platz in seinem Reich.
Deshalb zeigt Gott uns, bevor Er die Schönheit der Ewigkeit vor unseren Augen entfaltet, dass das Böse fĂŒr immer verschwinden wird.
Lasst uns nun Gottes Wort hören.
âUnd der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod. Und wenn jemand nicht im Buch des Lebens eingeschrieben gefunden wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen.â
(Offenbarung 20,14â15)
Diese Verse sind ernst. Sie erinnern uns daran, dass Gott nicht nur ein Gott der Liebe, sondern auch ein Gott der Gerechtigkeit ist. Wenn sich der Himmel in Kapitel 19 darĂŒber freut, dass seine Gerichte wahrhaftig und gerecht sind, dann sehen wir hier die endgĂŒltige Vollendung dieser Gerechtigkeit.
Hier setzt Gott der gesamten Geschichte des Bösen fĂŒr immer ein Ende. Der Teufel empfĂ€ngt sein endgĂŒltiges Gericht, der Tod wird vernichtet, und jede Spur der SĂŒnde wird fĂŒr immer aus Gottes Schöpfung entfernt. Alles, was Leid, Angst und Trennung von Gott hervorgebracht hat, findet hier sein endgĂŒltiges Ende.
Erst nach diesem letzten Gericht beginnt die neue Schöpfung, von der wir im nĂ€chsten Kapitel lesen. Gott repariert keine von der SĂŒnde zerstörte Welt â Er schafft etwas völlig Neues, eine Schöpfung, in der das Böse niemals wieder einen Platz haben wird.
Und nun, nachdem das Böse fĂŒr immer beseitigt worden ist, öffnet Gott vor unseren Augen das schönste Bild der ganzen Heiligen Schrift. Bis jetzt haben wir auf das geschaut, was Gott entfernt. Jetzt dĂŒrfen wir sehen, was Er schenken wird.
Lasst uns noch einmal Gottes Wort hören.
âUnd ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: »Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und Gott wird abwischen alle TrĂ€nen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.«
(Offenbarung 21,3â4)
6.
Ich glaube, an dieser Stelle lohnt es sich, einen Augenblick innezuhalten.
Diese Worte sind nicht einfach nur ein wunderschönes Versprechen fĂŒr die Zukunft. In gewisser Weise stellen sie die ErfĂŒllung der gesamten Geschichte der Bibel dar.
Wenn wir aufmerksam von der ersten bis zur letzten Seite der Heiligen Schrift lesen, erkennen wir, dass Gott immer dasselbe Ziel verfolgt. Er möchte uns nicht nur unsere SĂŒnden vergeben. Er möchte uns nicht nur vor dem Gericht retten. Er möchte uns nicht nur das ewige Leben schenken. All das ist wahr â doch es fĂŒhrt zu etwas noch GröĂerem: Gott möchte bei den Menschen wohnen.
Im Garten Eden lebten Adam und Eva in vollkommener Gemeinschaft mit Gott. Durch die SĂŒnde wurde diese Gemeinschaft zerbrochen, und der Mensch musste den Garten verlassen. Von diesem Augenblick an erzĂ€hlt die gesamte Heilsgeschichte von Gottes Initiative, den Menschen wieder zu sich zurĂŒckzubringen.
SpĂ€ter, in der WĂŒste, sagte Gott zu Mose:
âSie sollen mir ein Heiligtum errichten, damit ich in ihrer Mitte wohne.â
(2. Mose 25,8)
Zum ersten Mal nach dem SĂŒndenfall lieĂ Gott seine Gegenwart wieder mitten unter seinem Volk wohnen. Jahrhunderte spĂ€ter geschah etwas noch Erstaunlicheres.
Lasst uns erneut Gottes Wort hören.
âUnd das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.â
(Johannes 1,14)
Der Herr Jesus Christus kommt in unsere Welt und lebt mitten unter den Menschen. Gott nĂ€hert sich dem sĂŒndigen Menschen auf eine Weise, die niemand jemals hĂ€tte erwarten können.
Doch auch das ist noch nicht das endgĂŒltige Ziel.
Erst in der Offenbarung sehen wir die vollkommene ErfĂŒllung von Gottes Plan.
âSiehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein.â
Beachtet, wie wunderschön sich dieser rote Faden durch die gesamte Bibel zieht. In der Genesis verliert der Mensch die Gemeinschaft mit Gott. Im 2. Buch Mose wohnt Gott mitten unter seinem Volk. Im Johannesevangelium kommt Gott in der Person seines Sohnes zu den Menschen. Und in der Offenbarung verschwindet jede Trennung fĂŒr immer.
Die Bibel beginnt in einem Garten und endet in einer heiligen Stadt. In der Genesis wird der Mensch aus der Gegenwart Gottes vertrieben. In der Offenbarung sagt Gott selbst: âIch werde bei ihnen wohnen.â Das ist der groĂe Sieg des Erlösungsplans. Nicht nur der Mensch gelangt in den Himmel â Gott und Mensch werden fĂŒr alle Ewigkeit zusammen sein.
7.
Und doch hat Gott noch ein letztes Wort zu sagen.
Nachdem Er uns die Freude des Himmels gezeigt hat, nachdem Er uns das Ende des Bösen offenbart hat und nachdem Er unseren Blick auf die neue Schöpfung gelenkt hat, in der Er selbst bei seinem Volk wohnen wird, endet die Bibel nicht in Stille.
Das letzte Wort gehört dem Herrn Jesus Christus.
Lasst uns Gottes Wort hören.
âDer dies bezeugt, spricht: »Ja, ich komme bald.« Amen. Ja, komm, Herr Jesus!â
(Offenbarung 22,20)
Es ist beeindruckend, dass dies das letzte Versprechen ist, das der Herr Jesus in der gesamten Heiligen Schrift ausspricht. Er sagt nicht nur, dass all diese Dinge geschehen werden. Er sagt nicht nur, dass sein Reich kommen wird. Er sagt: âIch komme.â
Beachtet noch einmal, worauf der Schwerpunkt liegt. Nicht auf Ereignissen. Nicht auf Zeiten. Nicht auf Zeichen. Sondern auf der Person des Herrn Jesus Christus.
Deshalb ist das Buch der Offenbarung in erster Linie kein Buch ĂŒber das Ende der Welt, sondern ĂŒber den Sieg und die Wiederkunft des Herrn Jesus Christus. Alles, was wir in diesen Kapiteln gelesen haben, fĂŒhrt zu dieser einen Begegnung.
Und die Antwort des Apostels Johannes ist ebenso schlicht wie tiefgrĂŒndig:
âAmen. Ja, komm, Herr Jesus!â
Das ist kein Ruf der Angst, sondern ein Ruf der Hoffnung. Es ist nicht die Stimme eines Menschen, der sich vor der Zukunft fĂŒrchtet, sondern die Stimme eines Kindes Gottes, das seinen Erlöser erwartet.
Ich glaube, genau das ist auch die Frage, die Gott jedem von uns am Ende der Offenbarung stellt. Wenn der Herr Jesus heute wiederkommen wĂŒrde â könnten auch wir von ganzem Herzen sagen: âAmen. Ja, komm, Herr Jesus!â Oder gibt es noch Dinge, die uns von Ihm fernhalten?
Die Offenbarung wurde nicht geschrieben, um uns Angst zu machen, sondern um uns vorzubereiten. Sie wurde nicht geschrieben, um unsere Herzen mit Furcht zu erfĂŒllen, sondern mit Hoffnung. Sie erinnert uns daran, dass die Geschichte nicht auf die Finsternis, sondern auf die Begegnung mit unserem Herrn Jesus Christus zulĂ€uft.
8.
Nun sind wir am Ende unserer gemeinsamen Reise durch das Buch der Offenbarung angekommen.
Wenn wir zurĂŒckblicken, haben vielleicht einige von uns etwas entdeckt, womit sie nicht gerechnet hĂ€tten. Viele schlagen dieses Buch auf, weil sie Antworten auf Fragen ĂŒber die Endzeit, ĂŒber Zeichen, Gerichte oder die Ereignisse vor der Wiederkunft des Herrn suchen. All das finden wir tatsĂ€chlich in seinen Seiten. Doch je weiter wir gemeinsam durch dieses Buch gegangen sind, desto deutlicher haben wir erkannt, dass nicht die Angst im Mittelpunkt steht, sondern die Hoffnung. Nicht die Finsternis, sondern das Licht. Nicht das Ende der Welt, sondern der Sieg Gottes.
Schon der erste Vers der Offenbarung sagt uns, dass dieses Buch die âOffenbarung Jesu Christiâ ist. Und tatsĂ€chlich steht Er vom Anfang bis zum Ende im Mittelpunkt. Er wandelt mitten unter den Leuchtern und spricht zu seiner Gemeinde. Er ist das Lamm, das geschlachtet wurde und wĂŒrdig ist, das versiegelte Buch zu öffnen. Er regiert ĂŒber die Geschichte, selbst dann, wenn die Menschen meinen, die Welt sei auĂer Kontrolle geraten. Er ist der Sieger ĂŒber SĂŒnde, Tod und den Teufel. Er ist der BrĂ€utigam, der auf seine Braut wartet. Er ist der König der Könige und der Herr der Herren. Und Er ist es auch, der die letzten Worte der gesamten Heiligen Schrift spricht:
âJa, ich komme bald.â
Vielleicht ist genau das die schönste Botschaft, die uns das Buch der Offenbarung hinterlĂ€sst. Gott hat uns die Zukunft nicht offenbart, um uns Angst zu machen, sondern damit wir lernen, Ihm zu vertrauen. Er hat uns die kommenden PrĂŒfungen nicht gezeigt, damit unsere Herzen von Furcht erfĂŒllt werden, sondern damit wir mitten in ihnen niemals vergessen, wer auf dem Thron sitzt.
Ganz gleich, wie unsicher die Welt erscheint, in der wir leben â Gottes Thron hat niemals auch nur einen Augenblick gewankt. Nichts hat Ihn ĂŒberrascht. Nichts kann die ErfĂŒllung seines Plans aufhalten. Die Geschichte bewegt sich nicht auf das Chaos zu, sondern auf den Tag, an dem Gott alles neu machen wird.
Wenn wir das gesamte Buch der Offenbarung in einem einzigen Satz zusammenfassen mĂŒssten, könnte er vielleicht so lauten:
Christus hat gesiegt, Christus regiert und Christus wird wiederkommen.
Darum bleibt uns am Ende dieser Reihe nur noch, gemeinsam mit dem Apostel Johannes und mit der Gemeinde aller Zeiten aus tiefstem Herzen zu sagen:
âAmen. Ja, komm, Herr Jesus!â
Und bis zu jenem Tag möge Gott uns wachend, treu und voller Hoffnung finden â mit unserem Blick nicht auf die Angst dieser Welt gerichtet, sondern auf unseren Herrn Jesus Christus, der uns geliebt hat, sich selbst fĂŒr uns hingegeben hat und uns ein Reich bereitet hat, das niemals ein Ende haben wird.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.